Ökobilanz PV-Anlage

16/07/2019

Im Betrieb emittiert eine PV-Anlage kein CO2 und setzt auch sonst keine Treibhausgase frei. Für die Gesamt-Ökobilanz der Module ist jedoch auch die Produktion relevant. So ergibt sich die Frage: Wie nachhaltig sind Solaranlagen eigentlich über den gesamten Zyklus von der Herstellung über den Betrieb bis zum Recycling? Die MBRsolar gibt Antworten. 

PV-Anlagen und ihre Ökobilanz

Familie Widmer hat sich eine Solaranlage angeschafft, um die Umwelt in der Schweiz und weltweit zu schonen. Nachbar Huber meint jedoch: Durch die energieaufwändige Produktion der Solarzellen ist der Ausstoss klimaschädlicher Gase auch nicht geringer als bei Kohle- oder Gaskraftwerken. Wer hat recht? 

Um diese Frage zu klären, gibt es verschiedene Messgrössen, die in die Ökobilanz einfliessen. Wichtige Kennziffern sind der CO2-Ausstoss pro Kilowattstunde und die Umweltbelastungspunkte. 

Hintergrund: Was bedeuten die Einflussgrössen?

Das CO2-Äquivalent ist eine relativ gut fassbare Grösse. Hierbei berechnen die Statistiker, wie viel des Treibhausgases für die Produktion, den Betrieb und die Verwertung eines Produkts freigesetzt wird. Im Fall einer PV-Anlage ist zum Beispiel die Gewinnung des Siliziums für die Zellen relativ energieaufwändig. Ebenso fallen für den Transport aus dem Produktionsgebiet in die Schweiz und die Montage CO2-Äquivalente an. Der Betrieb an sich läuft dann im Prinzip ohne Gasfreisetzung ab. Das Recycling benötigt noch einmal eine gewisse Menge. 

Die Umweltbelastungspunkte berücksichtigen darüber hinaus weitere Schadstoffe, die zu irgendeinem Zeitpunkt anfallen. Dabei geht es zum Beispiel darum, ob die Gewinnung der Rohstoffe mit einer Umweltbelastung verbunden ist oder ob durch den Betrieb Umweltgifte entstehen. Aus beiden Faktoren, CO2-Äquivalentausstoss und Umweltbelastungspunkten, ergibt sich schliesslich die Ökobilanz. Sie macht verschiedene Technologien im Bereich der Stromerzeugung vergleichbar. 

Wie ist die Ökobilanz von Solarmodulen?

Dass auch die PV-Anlage von Familie Widmer nicht ohne CO2-Ausstoss auskommt, liegt an der Produktion. Die hierfür aufgebrachte Energie stammt in aller Regel aus konventionellen Trägern. Über die gesamte Nutzungsdauer betrachtet, setzt eine moderne Solaranlage damit ungefähr 40 Gramm CO2 pro Kilowattstunde frei. Der Vergleich mit anderen Stromerzeugern zeigt, wie gut dieser Wert ist: Bei Gas-Kraftwerken liegt die Freisetzung bei über 400 Gramm und bei Kohle sogar deutlich über 1000 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Im Vergleich zum Schweizer Strommix beträgt die Emission von Photovoltaik-Modulen etwa ein Viertel bis ein Drittel des Durchschnitts.

In Bezug auf die Umweltbelastungspunkte zeigt sich die Solartechnik ebenfalls gut aufgestellt. Das liegt vor allem daran, dass weder die Rohstoffe (Silizium, Kupfer, Glas) an sich noch deren Gewinnung besonders problematisch sind. So erreicht die Photovoltaik einen Wert von etwa 100 Umweltbelastungspunkten pro Kilowattstunde. (Anmerkung: Die Angaben beziehen sich auf die in der Schweiz üblichen Anlagen mit Silizium-Halbleitern.) Atomkraft und Kohle liegen beide jeweils über 500. Ein weiterer Vorteil der Solartechnik ist die gute Wiederverwertbarkeit der eingesetzten Materialien.

Ausblick in die Zukunft und Fazit

Einen erheblichen Einfluss auf die Ökobilanz hat der Gesamt-Strommix. Vereinfacht formuliert: Wenn der Strom fast vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt, erniedrigt sich der CO2-Ausstoss für die Produktion erheblich. Ein weiterer Ausbau von Photovoltaik und Co. wird die Ökobilanz daher zukünftig noch weiter verbessern. Für den Fall von Familie Widmer gilt wie in der gesamten Schweiz, dass eine PV-Anlage schon heute deutlich umweltfreundlicher ist als der Mix aus der Steckdose. Möchten auch Sie davon profitieren und zur weiteren Verbesserung der Ökobilanz beitragen? Dann melden Sie sich gerne. Wir sind Ihr Partner für nachhaltige Solaranlagen in der Schweiz.